Isabel Schulz

Dokumentation über die Ausstellung TIME OUT .12 im ARS Electronica Center von November 2023 – April 2024

Bei dem Projekt Kreative Differenzen denken sich Teilnehmer*innen Prompts aus, die sowohl von der Künstlerin vor Ort, als auch von einer auf deren Stil trainierten KI, ­in Bilder umgesetzt werden. Besucher*innen können dabei beobachten, wie KI und Künstlerin in Gegenüberstellung zu einander an ihren Prompts arbeiten. Zusätzlich werden die resultierenden Bilderpaare ausgestellt.
An insgesammt acht Performance-Tagen hat es die Künstlerin bis jetzt geschafft 25 von über 300 aufgegebenen Prompts fertigzustellen.

Die größten und umfassendsten KI Modelle können bereits die Stile von fast allen berühmten Künstlern — von heute und aus der Geschichte — imitieren und neu kombinieren.

Gesammelt wird das Trainingsmaterial allerdings ohne Einwilligung oder Wissen der Künstler. Die Rechtliche Situation rund um die Verwendung von urheberrechtlich geschütztem Material in KI Trainingssets ist noch nicht vollständig klar. Dazu laufen auch aktuell Gerichtsverfahren. Ein Integraler Teil der Installtion sind die Gespräche mit Besucher*innen und die wichtige Fragen die dabei zusammen untersucht werden.

  • Wem gehören KI Generierte Bilder? – speziell auch die Bilder die in der Ausstellung entstehen.
  • Sind KI Generierte Bilder eine „Bedrohung“ für Künstler und die Kreativindustrie?
  • Ist as Schreiben einer Prompt genug um Copyright über das entstandene Bild zu bekommen? Ist das wirklich ein eigenes Werk?
  • Welchen Wert geben wir mensch-gemachter Kunst, wenn KI Bilder technisch und qualitativ gleich auf sind?

Bilder von der TIMEOUT.12 Ausstellung im Ars Electronica Center

Nur mit ca. 20 Referenzbildern kann beispielsweise das KI System Stable Diffusion bereits ‘lernen’, den Stil eines menschlichen Künstlers nachzuahmen. Je länger man diesem Training Zeit gibt, desto präziser werden die resultierenden Ergebnisse.

Viele Besucher*innen erwarten zuerst in der KI Umsetzung ihrer Propts eine visuelle Umsetzung koplexer moralischer Themen oder gar Zukunftsvoraussagen. Besucher*innen neigen dazu dem System mehr Intelligenz und auch Meinungen zuzuschreiben als wirklich präsentiert wird.

Dabei sind die KI Ergebnisse sehr wörtlich zu verstehen. Gibt man als Prompt „Human Diversity“ ein, erhält man nicht eine Interpretation der „Maschine“ und was für sie Menschheit bedeutet, sondern viel eher werden die Ergebnisse Firmen-PR-Bildern gleichen, die mit der Diversität ihrer Angestellten werben wollen.

In Gegenüberstellung mit den Illustrationen der Künstlerin bietet die Arbeit Raum für einen Austausch über das Thema KI-generierte Kunst, deren Möglichkeiten und Grenzen und die Auswirkungen auf die Kunstwelt und Kreativwirtschaft, die weitere technische und rechtliche Entwicklung haben kann.